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Stand: 30.09.2016

Pressemitteilung

10 Gebote gegen Wohnungslosigkeit

10 GEBOTE GEGEN WOHNUNGSLOSIGKEIT

10 Gebote gegen Wohnungslosigkeit Plakat

Immer mehr Menschen in Deutschland werden wohnungslos. In allen Ballungszentren und sogar in ländlichen Gebieten ist Wohnungslosigkeit auf dem Vormarsch. Es ist Zeit, Wohnungsnot zu sehen und zu handeln:

1. DU SOLLST NIEMANDEM EIN DACH UBER DEM KOPF VERWEHREN 

Jeder hat das Recht auf eine menschenwürdige Unterbringung - auch bei fehlendem Leistungsanspruch. Wir fordern Betten für alle. 

2. DU SOLLST ALLES TUN, UM WOHNUNGSVERLUST ZU VERMEIDEN 

Jobcenter sollen bei drohender Kündigung Mietschulden als Beihilfe übernehmen können. Es müssen Fachstellen für Wohnungsnot- fälle geschaffen werden, die alle Hilfen aus einer Hand bieten. Bei Mietschulden oder drohender Zwangsräumung sind aufsuchende Hilfen notwendig. Das hilft auch, bezahlbaren Wohnraum in den Kommunen zu erhalten. 

3. DU SOLLST NIEMANDEN AUSGRENZEN 

Es müssen gemischte Wohnquartiere erhalten werden, um das Zusammenleben von einkommensstarken und einkommensschwächeren Menschen zu ermöglichen. Ghettoisierung gefährdet den sozialen Frieden. 

4. DU SOLLST BEZAHLBARE WOHNUNGEN SCHAFFEN 

Staatliche, privatwirtschaftliche und kirchliche Wohnungsbaugesellschaften sowie Investoren müssen verpflichtet werden, ausreichend Wohnraum mit bezahlbaren Mieten anzubieten. 

5. DU SOLLST NICHT VERGESSEN, DASS ALLES SEINEN PREIS HAT 

Wer Wohnungslosigkeit bekämpfen will, muss investieren. Wer nicht investiert, zahlt am Ende einen hohen Preis. Mieten in Deutschland sind unterschiedlich: Kosten der Unterkunft und Wohngeld müssen die regionalen Preisunterschiede angemessen berücksichtigen. 

6. DU SOLLST JUNGE MENSCHEN NICHT SCHLECHTER BEHANDELN ALS ANDERE 

Schärfere Sanktionsregeln für unter 25-jährige Hartz IV-Bezieher machen junge Menschen wohnungslos. Junge Menschen brauchen Förderung - im Rahmen der Jugendhilfe auch über das 18. Lebensjahr hinaus. 

7. DU SOLLST JEDEM DIE CHANCE AUF BESCHAFTIGUNG GEBEN 

Jeder muss die Möglichkeit auf Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten. Durch dauerhaft geförderte öffentliche Beschäftigung muss Teilhabe für alle gesichert werden. 

8. DU SOLLST KRANKE NICHT ABWEISEN

Viele Wohnungslose haben keinen Zugang zum Regelsystem der Krankenversorgung. Deshalb müssen niedrigschwellige medizinische Angebote für diese Wohnungslosen geschaffen und gefördert werden, statt sie in die Notaufnahmen der Krankenhäuser abzuschieben.

9. DU SOLLST DEN TATSACHEN INS AUGE SCHAUEN

Wir fordern die Einführung einer bundesweiten Wohnungsnotfallstatistik.Transparenz und empirische Grundlagen müssen politisches Handeln bestimmen. Wer steuern will, muss messen. Tatsachen müssen bekannt sein, bevor man Schlüsse zieht.

10. DU SOLLST VERANTWORTUNG NICHT HIN- UND HERSCHIEBEN

Bund, Länder, Kommunen und auch die EU müssen das Problem gemeinsam anpacken. Deshalb gehört das Thema ins Kanzleramt.

 

 

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Pressemitteilung: Wohnungsnot muss Thema im Kanzleramt werden!

Plakat Zehn Gebote gegen Wohnungslosigkeit